Mit großen Aufklebern an den Rübenlastern machen die rheinischen Rübenanbauer unterstützt durch die Rübentransportgruppen auf die möglichen Folgen für ländliche Regionen, die Zuckerfabriken und die rheinischen Rübenanbauer aufmerksam. Der gemeinsame Appell: Die Pläne zur Zuckersteuer müssen gestoppt werden. Diese Steuer macht niemanden schlanker und kostet am Ende Verbrauchern, Zuckerindustrie und Landwirten nur Geld. In einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten plant der Staat durch noch teurere Lebensmittel leere Haushaltskassen zu füllen.
"Die geplante Zuckersteuer lehnen wir ab. Zucker ist ein Grundnahrungsmittel und darf nicht in eine Reihe mit Genussmitteln wie Tabak oder Alkohol gestellt werden. Wer die Debatte über eine insgesamt zu hohe Kalorienaufnahme in der Bevölkerung auf ein einzelnes Produkt verengt, greift zu kurz und lenkt vom eigentlichen Handlungsbedarf ab" sagt der RRV-Vorsitzende Bernhard Conzen. "Internationale Erfahrungen, etwa aus Groß Britannien zeigen, dass das Instrument einer Zuckersteuer den politischen Anspruch, Übergewicht spürbar zu reduzieren, nicht erfüllt", so Conzen weiter.
Der RRV weist ergänzend darauf hin, dass der Zucker- und Rübensektor in diesem Jahr bereits durch Tiefstpreise für Zucker, Hitze und Dürre enorm belastet ist. Aktuell ist davon auszugehen, dass due diesjährige Ernte rund 15 % unter dem mehrjährigen Durchschnittsertrag und 20 bis 25 % unter dem Vorjahresertrag liegen wird. Dazu kommen enorme Kostensteigerungen für Energie und Düngemittel. "Eine Zuckersteuer darf jetzt nicht dazu führen, dass regionaler Rübenzucker durch künstliche Süßstoffe ersetzt wird. Das würde das Fass für Zuckerfabriken und Rübenanbauer zum Überlaufen bringen." warnt Bernhard Conzen.
Die regionale und bundesweite Protestaktion soll die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Zuckerrübe für Landwirtschaft, Beschäftigung und Wertschöpfung in ländlichen Regionen aufmerksam machen. Gleichzeitig wenden sich die Landwirte gegen zusätzliche Bürokratie und staatliche Eingriffe in die Konsumentscheidungen der Verbraucher.
Bonn, den 1. Oktober 2026
Rheinischer Rübenbauer-Verband e.V.
