Rübenanbauer enttäuscht vom Votum des Agrarministerrats

Datum des Artikels Donnerstag, 21.03.2013

Vorgestern am späten Abend vereinbarte der Agrarministerrat unter irischer Präsidentschaft seine Position für die Verhandlungen über die künftige gemeinsame Agrarpolitik, insbesondere im Hinblick auf die zukünftige einheitliche GMO und die Rechtsvorschriften über Zucker...

Gestern am späten Abend vereinbarte der Agrarministerrat unter irischer Präsidentschaft seine Position für die Verhandlungen über die künftige gemeinsame Agrarpolitik, insbesondere im Hinblick auf die zukünftige einheitliche GMO und die Rechtsvorschriften über Zucker. Darin schlägt man eine Verlängerung der geltenden Zuckermarktordnung über den 30. September 2015 hinaus bis zum 30. September 2017 vor.
 
Die europäischen Zuckerrübenerzeuger sind besorgt und sehr enttäuscht. Ihrer Auffassung nach ist eine Marktordnungsverlängerung bis lediglich 30. September 2017 eine zu kurze Frist und völlig unzureichend. Nach diesem Ergebnis erklärte CIBE-Präsident Jørn Dalby: „Dieses Mandat gibt keine klare Botschaft an uns Landwirte. Der Rat hörte weder auf die Meinung des Europäischen Parlaments vergangene Woche noch auf eine Mehrheit der Mitgliedstaaten, die während der Beratungen zunächst eine Marktordnungsverlängerung bis 2020 forderten. Wir brauchen mehr Zeit, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, und wir bitten um Stabilität für fünf weitere Jahre, d.h. bis zum 30. September 2020. Es ist unverständlich, dass der Rat nicht die ökonomische Logik unserer Argumente würdigte, sondern die begrenzte Verlängerung bis zum 30. September 2017 mit der Frage der Umverteilung von Quoten verband, die nur von wenigen Mitgliedstaaten unterstützt wurde."
 
CIBE hat die Kommentare einiger Mitgliedstaaten im Hinblick auf ein weiterhin starkes interprofessionelles Regelwerk zwischen Rübenanbauern und Zuckerproduzenten registriert. "Dies ist ein wichtiger Aspekt für uns heute und in Zukunft. Er spielt eine entscheidende Rolle für das gute Funktionieren der Versorgungskette mit dem Rohstoff Zuckerrübe. Dies muss gestärkt werden. Wir werden dieser Frage in den nächsten Diskussionen viel Aufmerksamkeit widmen und diesen Sachverhalt weiter vortragen." sagte Jørn Dalby abschließend.
 
Nichtdestotrotz ebnet die Entscheidung den Weg für eine Verlängerung der Zuckerbestimmungen über 2015 hinaus. Die Rübenanbauer sind gespannt auf die kommenden interinstitutionellen Verhandlungen. Die Kommission hat in ihren Überlegungen nun sowohl das Votum des Europäischen Parlaments vom 13. März, in welchem die Verlängerung der Zuckermarktordnung bis zum 30. September 2020 gefordert wurde, als auch die gestrige Entscheidung des Agrarrates bei der Überarbeitung ihres Legislativvorschlags zu berücksichtigen. CIBE wird ihre Arbeit fortsetzen, damit die abschließende politische Vereinbarung ihre Position im Hinblick auf eine Verlängerung der Zuckermarktordnung bis zum 30. September 2020 beinhaltet.
 
CIBE, Brüssel 20. März 2013