„Klimaschützer“ Zuckerrübe unter Druck

Datum des Artikels Mittwoch, 25.09.2019

Nach der Zuckerfabrik Jülich, die bereits am 18. September mit der Rübenverarbeitung begann, starten nun am 30. September auch die anderen beiden rheinischen Zuckerfabriken in Appeldorn und Euskirchen die Rübenkampagne. Angesichts der abermals außergewöhnlichen Hitze und Trockenheit sind auch in 2019 die Ernteaussichten ernüchternd.

Die Rübenanbauer belastet aber nicht nur die extreme Witterung, sondern auch das marktpolitische Umfeld. Immer schärfere Auflagen im Dünge- und Pflanzenschutzrecht erschweren den Ackerbau. Im internationalen Wettbewerb duldet die Bundesregierung massive Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU durch gekoppelte Rübenbeihilfen in anderen EU-Ländern und Notfallzulassungen bei in Deutschland verbotenen Pflanzenschutzmitteln. Der RRV-Vorsitzende Bernhard Conzen bezeichnet die Haltung der Bundesregierung als „inakzeptabel passiv. Damit toleriert die Bundesregierung quasi den drohenden Einbruch beim heimischen Zuckerrübenanbau“. Die Anbauer, so Conzen weiter, beschäftigen sich intensiv mit Ausstiegsszenarien aus dem Rübenanbau. Das träfe nicht nur diesen Wirtschaftszweig, sondern den Ackerbau insgesamt. Die Zuckerrübe ist eine Gesundungsfrucht im Ackerbau, benötigt wenig Stickstoffdünger und bindet darüber hinaus große Mengen an klimafeindlichem Kohlendioxid (CO2). Pro Hektar Rübenfläche sind dies im Durchschnitt 36 t. Allein der rheinische Anbau bindet damit rund 1,8 Mio t CO2 pro Jahr.

 

Die rheinischen Rübenanbauer werden die nun beginnende Kampagne nutzen, um auf die große Bedeutung des Zuckerrübenanbaus für den Klimaschutz und die regionale Wirtschaft hinzuweisen. Unter anderem werden die Rübentransportfahrzeuge mit entsprechenden Aufklebern versehen und tragen so die Botschaften überall ins Land. „Wir werben bei der Bevölkerung um Unterstützung für den Zuckerrübenanbau. Möglichst viele Menschen sollen darüber informiert werden, welche negativer Konsequenzen ökologischer und wirtschaftlicher Art ein „Weiter so“ der Agrarpolitik hätte“, so Bernhard Conzen.

 

Bonn, den 25. September 2019