„Ja“ zum Rübenanbau bei fairen Produktionsbedingungen

Datum des Artikels Mittwoch, 05.02.2020

Am 3. Februar fand die Mitgliederversammlung des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes (RRV) statt. Redner und zahlreiche der rund 450 Veranstaltungsteilnehmer machten in ihren Beiträgen klar, dass die heimische Landwirtschaft zwar willens ist, im nationalen und internationalen Wettbewerb zu bestehen, dafür aber auch gerade in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz ein Mitspracherecht und einen sachorientieren Rechtsrahmen benötigt.

In seinem Eingangsstatement stellte der RRV-Vorsitzende Bernhard Conzen neben den allgemeinen agrarpolitischen Herausforderungen die Leistungsfähigkeit der heimischen Rübenproduktion heraus. Diese sei allerdings durch Wettbewerbsverzerrungen stark beeinträchtigt. Die Politik sei hier in der Pflicht, für einen fairen Wettbewerb zu sorgen.

Die NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser unterstützte in ihrer Rede das Ziel fairer landwirtschaftlicher Erzeugerpreise. Ein undifferenziertes Verbot des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel in Naturschutzgebieten lehnte sie ab. Zur Düngeverordnung erklärte sie, dass diese in der aktuellen Form umgesetzt werde. Die Zahl „roter Gebiete“ werde in NRW durch Korrekturen bei den zugrunde liegenden Messstellen reduziert.

Die Ministerin forderte die Anbauer auf, den Rübenanbau trotz der schlechten Erlöse in den vergangenen beiden Jahren nicht zu hinterfragen. Das Rheinland sei ein Gunststandort der Rübenzuckererzeugung und das werde sich auf Dauer durchsetzen.

Uwe Schöneberg, Geschäftsführer der Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG (P&L), blickte kurz auf die 150-jährige Geschichte des Unternehmens zurück und betonte die stets enge Verbindung zur Landwirtschaft. Es sei der Wille von P&L, den Zuckerverkauf möglichst allein auf die Basis des Rohstoffs Rübe zu stellen und Rohrrohzuckerimporte zu minimieren. P&L, so Schöneberg, stehe uneingeschränkt zum heimischen Rübenanbau.

In seinem Geschäftsbericht stellte der RRV-Geschäftsführer Dr. Peter Kasten unter anderem Untersuchungsergebnisse des Verbandes im Hinblick auf das Auftreten von Vergilbungsvirus und festgestellte Ertragsschäden vor. Zwar sei der Flächenanteil von Vergilbungsnestern in 2019 noch sehr gering gewesen. Die Ertragsschäden in den Befallsnestern hätten sich jedoch auf rd. 34 % belaufen. Durch den Wegfall der neonicotinoiden Beize sei mit einer Befallsausbreitung zu rechnen. Die Weiterzulassung von Insektiziden unterschiedlicher Wirkstoffgruppen sei für die Aufrechterhaltung eines wirtschaftlichen Zuckerrübenanbaus unerlässlich.

Abschließend stellte Sandra Golz, Leiterin der Abteilung Kommunikation bei der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, die Verbandsaktivitäten in sozialen Netzwerken vor. Sie präsentierte die PR-Kampagne „Wir sind Zucker“ der deutschen Zuckerwirtschaft und bat die Rübenanbauer um aktive Unterstützung der Kampagne.

Alle Themen und Beiträge wurden intensiv diskutiert. Bernhard Conzen äußerte sich abschließend sehr zufrieden über die Veranstaltung, die gezeigt habe, mit wieviel Leidenschaft die rheinischen Landwirte die Themen Ackerbau und Zuckerrübenanbau weiterhin angehen.

Bonn, den 4. Februar 2020