Abermals später Kampagnebeginn im Rheinland

Datum des Artikels Freitag, 24.09.2021

Ähnlich dem Vorjahr startet die Rübenkampagne im rheinischen Rübenanbaugebiet auch in 2021 wieder vergleichsweise spät...

Die Zuckerfabrik in Jülich beginnt am 27. September mit der Rübenannahme und die Werke in Euskirchen und Appeldorn sogar erst am 4. Oktober. Die Ursachen dafür sind vielschichtig. Wesentlich ist die deutliche Anbaueinschränkung in 2020, die auch in 2021 noch nachwirkt. Die diesjährige fünfprozentige Flächenausdehnung gegenüber 2020 ist zwar erfreulich, kann aber den Anbaurückgang vom Vorjahr in Höhe von rd. 17 % nicht kompensieren. Es bestand daher Einigkeit zwischen dem Rheinischen Rübenbauer-Verband (RRV) und dem Zuckerunternehmen Pfeifer & Langen, dass den angebauten Rüben eine möglichst lange Wachstumszeit zur Verfügung stehen soll.

Die mittleren Rüben- und Zuckererträge werden über das gesamte Anbaugebiet betrachtet voraussichtlich nur leicht über dem Vorjahr liegen, auch wenn die Wasserversorgung in 2021 durchgehend besser war als im Vorjahr und die Sommertemperaturen moderater. Die Kühle im Frühjahr, die unterdurchschnittliche Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten und die temporär zu große Nässe begrenzten in 2021 das Wachstum. „Wir sind aber sehr froh, dass das Ertragsniveau über unser gesamtes Verbandsgebiet hinweg in diesem Jahr relativ homogen ist“, so der RRV-Vorsitzende Bernhard Conzen. „Ein weiteres schlechtes Jahr hätte auf Standorten mit unsicherer Wasserversorgung den Rübenanbau zunehmend in Frage gestellt. So aber erwarten wir überall Erträge zwischen 75 und 85 t/ha“.
Die Zuckergehalte werden witterungsbedingt eher unterdurchschnittlich sein, auch wenn man noch auf Zuwächse in den kommenden sonnenreichen Frühherbsttagen hoffen kann. Deutlich geringer, wenn auch nicht vollständig unterdrückt ist in 2021 der Befall mit viröser Rübenvergilbung. Die Gründe dafür liegen zum einen in der Notfallzulassung der neonikotinoiden Rübenbeize, durch welche Virus-übertragende Blattläuse kontrolliert werden konnten, und zum anderen in der für die Läusevermehrung ungünstigen Frühjahrswitterung. Noch im vergangenen Jahr zeigte sich auf rund 90 % der rheinischen Rübenfelder die viröse Rübenvergilbung, einhergehend mit teils erheblichen Ertragsverlusten.

Die Zukunftsperspektiven für den rheinischen Rübenanbau sieht Bernhard Conzen durchaus optimistisch: „Zunächst haben wir mit Pfeifer & Langen ein neues modernes und flexibles Vertragswerk ausgehandelt, welches den Rübenanbauern sehr entgegenkommt. Darüberhinaus werden die Vorteile des Fruchtfolgegliedes Zuckerrübe in Zukunft immer gewichtiger. Das Rheinland ist in der EU ein bedeutender Standort für den Rübenanbau und wird es definitiv bleiben“.

Bonn, den 24. September 2021