Viele Rüben, aber auch mehr Unwägbarkeiten – Start der Rübenkampagne im Rheinland

Datum des Artikels Dienstag, 12.09.2017

Am 11. September öffnete die Zuckerfabrik Appeldorn als erste der rheinischen Zuckerfabriken ihre Pforten für die Rübenannahme. Die Zuckerfabriken in Jülich und Euskirchen folgen am 12. September.

Gleich zu Beginn der neuen Zeitrechnung im Zuckerrübenanbau ohne Zuckerquoten und Rübenmindestpreis steht der rheinischen Zuckerwirtschaft eine große Herausforderung ins Haus. Der Anbau wurde gegenüber dem Vorjahr um rund 20 % ausgedehnt. Außerdem erwarten die rheinischen Anbauer eine gute Rübenernte von rund 80 t/ha, vielleicht bei günstigem Witterungsverlauf sogar etwas darüber hinaus. Das bedeutet eine deutlich größere Menge an Zuckerrüben, die es in den Zuckerfabriken zu verarbeiten gilt. Schon jetzt ist davon auszugehen, dass trotz des pünktlichen Kampagnebeginns die diesjährige Rübenkampagne bis ca. 20. Januar gehen wird.

Die Freude über die zu erwartenden hohen Erträge geht bei den Anbauern einher mit der Sorge um auskömmliche Rübenpreise. Schließlich gibt es den Mindestpreis für die vertragliche Rübenliefermenge nicht mehr und die Preissignale, die derzeit vom Weltmarkt aus nach Europa gesendet werden, sind eher ernüchternd. Auf dem europäischen Markt stelle sich die Situation aber noch günstiger dar, so Bernhard Conzen, Vorsitzender des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes e.V. Er geht davon aus, dass die Zuckerrübe auch in 2017/18 eine tragende Säule des Betriebseinkommens aus dem Ackerbau sein wird. Zugleich warnt er vor längerfristig ungünstigen Marktsituationen. Der Zuckerrübenanbau sei lediglich eines von mehreren Fruchtfolgegliedern. Der Anbau sei nur dann längerfristig gesichert, wenn die Anbauer auskömmliche Preise erzielen. Ihren eigenen Beitrag zum Erfolg der Zuckerwirtschaft würden die Rübenanbauer durch einen ertragsstarken und umweltfreundlichen Anbau leisten. Der Ertragstrend in der rheinischen Anbauregion sei beeindruckend. Um 2,5 % stiegen die Rübenerträge im Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre jährlich an, so Bernhard Conzen. Dies stärke die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Region.

Für die anstehende Kampagne unterstreicht der Verbandsvorsitzende noch einmal die große Bedeutung des Mietenschutzes durch Vliesabdeckung. Ohne diese wäre eine Kampagnelänge bis weit in den Januar nicht verantwortbar. Vlies sei im Rheinland aber in ausreichendem Maße vorhanden, man sei vorbereitet.

Bonn, den 12. September 2017

Rheinischer Rübenbauer-Verband e.V.