Herausforderndes Umfeld für den künftigen Rübenanbau

Datum des Artikels Donnerstag, 01.02.2018

Am 29. Januar fand die Mitgliederversammlung des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes e.V. (RRV) in Bergheim statt...

Der Verbandsvorsitzende Bernhard Conzen freute sich über den wiederum guten Besuch bei dieser Veranstaltung mit mehr als 450 Teilnehmern. In seinen Begrüßungsworten umriss Bernhard Conzen die heterogene Gefühlslage der rheinischen Zuckerrübenanbauer. Einerseits freue man sich über eine Rekordernte mit durchschnittlich mehr als 15 t Zuckerertrag/ha, andererseits seien die Marktsignale im Hinblick auf den Rübenpreis besorgniserregend. Dazu käme ein schwieriges Umfeld gerade für deutsche Zuckerrübenanbauer durch wettbewerbsverzerrende gekoppelte Zahlungen in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten, wachsende Unsicherheiten im Bereich der Pflanzenschutzmittelzulassung und eine oftmals unsachlich geführte öffentliche Diskussion rund um das Lebensmittel Zucker. Der RRV, so machte Conzen klar, werde aber mit vollem Engagement die eigenen Positionen in alle diese Diskussionen einbringen.

In Stellvertretung der NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking kritisierte der stellvertretende Abteilungsleiter Hans Leser in einem Grußwort ebenfalls die gekoppelten Zahlungen im Zuckerrübenanbau, welche die nordrhein-westfälischen Landwirte benachteiligen würden. Weiterhin erklärte er, dass sich die Landesregierung für den Erhalt des bisherigen Finanzvolumens der GAP einsetzen wolle, für eine Risikoabsicherung der Landwirte und für mehr Biodiversität. Frank Walser, Geschäftsführer der Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG, unterstrich in seinem Grußwort zunächst die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Zuckerfabriken im ländlichen Raum. Auch er bewertete die aktuelle Marktlage als äußerst herausfordernd. Er stellte aber klar, dass sein Unternehmen bei der Strategie, in der Zuckererzeugung voll auf den Rohstoff Rübe zu setzen, uneingeschränkt bleibe.

Gastreferent Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH vertiefte schließlich die Frage der Zukunft des chemischen Pflanzenschutzes in Europa. Er forderte dabei nicht nur wirkliche Sachentscheidungen bei der Mittelzulassung ein, sondern u.a. auch faire und objektive Bildungsinhalte im Hinblick auf den Pflanzenschutz.

Bonn, den 31. Januar 2018